Wacholderhain Haselünne

Schön, dass ihr da seid ! Schaut euch auf unserer Website um und erfahrt mehr über den Haselünner Wacholderhain, seine Geschichte und was ihn zu einem besonderen Ort macht.

Der Haselünner Wacholderhain


Der Wacholderhain ist ein ca. 45 ha großes Gebiet am Rande der Stadt Haselünne und das größte zusammenhängende Gebiet seiner Art in Nordwestdeutschland. 
Mit seiner urwüchsigen Landschaft ist er seit jeher nicht nur Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten, sondern auch der Öffentlichkeit zugänglich. Heute führen Wanderwege und ein Naturlehrpfad durch das Gelände. Die Stadt bietet auch geführte Touren an. 


Früher und Heute


Früher wurden die Flächen von den Bürgern der Markengemeinde Haselünne als Weide für ihre Kühe und Pferde genutzt. Auch heute noch ist die Beweidung notwendig um diese uralte Hutelandschaft in ihrem typischen Charakter zu erhalten. 
Seit 1937 steht die "Haselünner Kuhweide" unter Naturschutz und wurde schließlich am 01. Juli 2017 Bestandteil des ausgewiesenen Naturschutzgebietes 
 "Natura 2000 -Naturschutzgebiet in der unteren Haseniederung". 
Seit Jahrzehnten werden die einzigartigen Flächen und der Wacholder durch eine besondere Beweidung mit Tarpanpferden, Hochlandrindern und Schafen geschützt.


„Was wir heute tun, entscheidet darüber, wie die Welt morgen aussieht.“


Marie von Ebner-Eschenbach

Biotop Wacholderhain


Tiere im Wacholderhain

Der Wacholderhain wird im Rahmen des Naturschutzes durch eine Kombination aus Tarpanen, robusten Rinderrassen und Schafen beweidet. 
Die Tiere übernehmen auf natürliche Weise die Aufgabe, die Landschaft offen zu halten und die Verbuschung zu verhindern.

Die Rinder fressen vor allem Gräser und Kräuter und schaffen durch ihr Gewicht und ihre Bewegungen ein vielfältiges Mosaik aus kurz- und langrasigen Flächen sowie offenen Bodenstellen, was vielen Pflanzen und Tieren zugutekommt. 
Die Tarpane halten gezielt aufkommende Gehölze wie Schlehen, Birken und junge Eichen zurück, die dem lichtliebenden Wacholder sonst das notwendige Sonnenlicht nehmen würden.

Die Schafe ergänzen diese Pflege, indem sie sehr selektiv vor allem junge Triebe, Kräuter und feine Gräser abweiden. Dadurch halten sie die Vegetation niedrig und verhindern, dass sich bestimmte Pflanzenarten zu stark ausbreiten. Zusammen sorgen alle drei Weidetierarten dafür, dass der Wacholderhain offen, artenreich und langfristig erhalten bleibt.

Pflanzen im Wacholderhain

Der Haselünner Wacholderhain ist ein besonders artenreicher Naturraum, der sich aus einer vielfältigen Abfolge von Sandmagerrasen, Heideflächen, offenen Wacholderbeständen und feuchten Auenbereichen zusammensetzt. Prägend ist der Gemeine Wacholder (Juniperus communis), der hier in einer für Nordwestdeutschland seltenen Dichte vorkommt und das Landschaftsbild maßgeblich bestimmt. Begleitet wird er von typischen Arten nährstoffarmer Standorte wie Besenheide, Heidenelke, Silbergras, Straußgras und echtem Labkraut, die auf den trockenen, sandigen Böden optimale Bedingungen finden.

In den tiefer gelegenen Bereichen des Gebietes, insbesondere entlang der Flutrinnen und Altarme der Hase, schließen sich feuchte Lebensräume an. Hier wachsen Wasser- und Sumpfpflanzen wie Pfeilkraut, Wasserfenchel, Wasserfeder und verschiedene Igelkolbenarten, die zur hohen ökologischen Vielfalt des Gebietes beitragen. Auch das seltene Froschkraut findet man hier. Diese enge Verzahnung von trockenen und feuchten Standorten macht den Wacholderhain zu einem ökologisch besonders wertvollen Mosaik aus unterschiedlichen Pflanzengesellschaften.